Zum Inhalt springen
PIXELS & TRAVELS

Tagesausflüge · 15. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Von Sörenberg über den Eisee aufs Brienzer Rothorn

Von der Talstation der Rothornbahn steigen wir zu Fuss hinauf, baden unterwegs im Eisee und stehen am Nachmittag auf dem Brienzer Rothorn. Zurück geht es mit der Gondel. Die Tour lässt sich gut an einem Tag machen.

Der grasige Grat des Brienzer Rothorns mit schmalem Pfad, dahinter der türkise Brienzersee und die Dörfer am Ufer

Brienzer Rothorn · 46.7871° N · 8.0466° E

Wir parkieren bei der Talstation der Rothornbahn in Sörenberg und gehen zu Fuss los, statt gleich die Gondel zu nehmen. Der Weg führt direkt hinter dem Parkplatz aus dem Dorf hinaus und zieht in langen Kehren den Hang hinauf. Schon nach wenigen Minuten liegt Sörenberg klein unter uns. Über den Weiden stehen einzelne Tannen, vor uns die Gipfel im Morgendunst, und der Weg wird mit jedem Schritt schmaler und steiniger.

Weiden mit einzelnen Tannen über Sörenberg, dahinter die Gipfel im Morgendunst

Auf halber Höhe treffen wir die ersten Kühe. Eine braune Kuh steht mitten im Geröll auf dem Weg, mit einer schweren Glocke am Hals, und macht keine Anstalten, Platz zu machen. Eine zweite liegt daneben im Gras und schaut uns beim Vorbeigehen nach. Wir machen einen Bogen um sie, sie kaut weiter, und ausser den Glocken und unseren Schuhen auf den losen Steinen ist eine ganze Weile nichts zu hören.

Braune Kuh mit Glocke mitten auf dem steinigen Weg zum Eisee

Dann öffnet sich die Mulde und wir stehen über dem Eisee. Von oben wirkt er wie zwei Seen, die an einer schmalen Landzunge zusammenkommen. Das eine Becken ist dunkel, der Rand des anderen sandhell, und ringsum steigt heller Schutt zu den Felsen hinauf. Unten am Ufer ist das Wasser so still, dass sich der ganze Kessel darin spiegelt, samt Berg, Hütte und den paar Wolken, die schon aufgezogen sind.

Der Eisee in seiner Mulde unterhalb des Brienzer Rothorns, von oben gesehen Der Eisee spiegelt Berge und Wolken, am Ufer steht eine kleine Hütte

Dann gehen wir baden. Das Wasser ist kalt, wie man es von einem Bergsee auf dieser Höhe erwartet, und die ersten Meter kosten Überwindung. Danach ist es herrlich. Wir liegen mitten im Spiegelbild, über uns der Grat, unter uns die hellen Steine am Grund. Nach dem Anziehen frieren wir kurz und gehen dann weiter.

Der zweite Teil des Aufstiegs ist steiler. Der Weg zieht in Kehren die Flanke hinauf, der Schutt wird gröber, und irgendwann stehen wir oben auf dem Brienzer Rothorn. Der Blick hinunter ist schwer zu beschreiben, ohne dass es übertrieben klingt. Weit unter uns liegt der Brienzersee in einem Türkis, das kaum echt wirkt. Am Ufer reihen sich die Dörfer, das Wasser geht vom hellen Grün an der Kante ins tiefe Blau in der Mitte über, und wir bleiben eine ganze Weile stehen und schauen einfach nur hinunter.

Lange bleibt es nicht so. Von Westen schieben sich Wolken über den Grat, der See verliert seine Farbe und es wird deutlich kühler. Wir setzen uns ins Café auf dem Gipfel und nehmen ein Glace und einen hausgemachten Eistee. Draussen macht der Dunst nach und nach die Aussicht zu, die wir eben noch hatten.

Für den Rückweg nehmen wir dann doch die Gondel. Sie bringt uns in wenigen Minuten hinunter nach Sörenberg, zurück zum Auto, und am frühen Abend sind wir zu Hause. Die Tour lässt sich gut an einem Tag machen und eignet sich damit bestens für ein Wochenende.

Kommentare

Das könnte dich auch interessieren