Heute Morgen geht Nicolas allerlei Leckereien (Blueberry- und Schokoladenmuffins, Zimtschnecke, etc…) im Coop Luleå einkaufen, die wir dann gemeinsam im Hotelzimmer zum Frühstück essen. Dann packen wir und checken aus. Wir gehen noch durch Luleå spazieren und sehen den bekannten Kran am alten Hafen, der früher dazu verwendet wurde, Container auf Schiffe zu verladen.
Der Handel über den Hafen war und ist noch immer der wichtigste Handelsweg von Luleå. Deshalb können wir auch noch diverse Atom-Eisbrecher sehen, die noch immer verwendet werden, um das meterdicke Eis im Meer zu räumen, damit Handelsschiffe passieren können. Da diese Eisbrecher zwischen allen skandinavischen Ländern ausgeliehen werden, waren einige der Eisbrecher, die wir sehen können, bereits in Grönland und der Arktis unterwegs.
Wir fahren weiter zur Luleå Gammelstad, dem früheren Gründungsort von Luleå. Im 15. Jahrhundert wurde dort eine massive katholische Kirche gebaut (die noch heute steht), um den Russen, die immer wieder Interesse an diesem Gebiet hatten, zu imponieren und schwedische Präsenz zu markieren. Annina kauft dort Postkarten und wir besichtigen das Freilichtmuseum von aussen. In die Gebäude können wir aktuell nicht hinein, da die Haupttouristensaison noch nicht erreicht ist.
Das Mittagessen würden wir gerne an einem See einnehmen, deshalb suchen wir uns einen schönen Spot am See raus und wollen uns etwas take-away holen. Wir gehen zu einem MAX Fastfood und bestellen uns dort zwei grössere Salate und Chili-Cheese-Nuggets. Der schlaglochübersäte Weg, den wir zum See geplant haben, wird immer enger. Doch wir kehren nicht um und fahren weiter, bis wir direkt vor dem See stehen. Dort essen wir im warmen und trockenen Auto, da es inzwischen draussen regnet, aber trotzdem mit Seesicht und Naturfeeling. Auf dem Rückweg über die Schotterpiste sehen wir noch einen wilden Hasen vor uns herhoppeln. Jöö-Feeling pur.
Nächster Halt ist die Villa Melderstein Herrgård in Råneå, in der wir heute übernachten (trotzdem ist dies die bisher günstigste Nacht hier in Schweden).
Als wir dort ankommen, werden wir schon erwartet, die Hausherrin kommt direkt auf uns zu und zeigt uns unser Zimmer und die Gemeinschaftsküche. Eigentlich hätten wir auch ein Gemeinschaftsbad, doch da aktuell niemand ausser uns hier gebucht hat, haben wir nun doch unser privates Bad.
Wir gehen noch auf einen Spaziergang um das grosse Anwesen herum und kommen bei einem reissenden Fluss vorbei, der früher dazu verwendet wurde, das Anwesen und weitere Häuser via Wasserkraft mit Strom zu versorgen. Die Turbine hat damals immerhin 50 PS geliefert, doch ist sie mittlerweile nicht mehr in Betrieb aufgrund mangelnder Zuverlässigkeit. Im Winter ist der Fluss meist komplett eingefroren, was natürlich keine Stromproduktion durch Wasserkraft ermöglicht.
Unsere zuvor eingekauften Fertigmenüs müssen wir nur noch mit heissem Wasser übergiessen und können diese dann in unserem Zimmer essen. Wir haben einen wunderschönen Ausblick auf die umliegenden Felder und gegen den Abend hin wird es plötzlich richtig sonnig, bevor dichter Nebel aufzieht, der zusammen mit der Sonnenuntergangsröte eine mystische Stimmung verursacht.
Wir bearbeiten weiter unsere Fotos und spielen noch ein paar Runden Mastermind. Als wir ins Bett gehen, ist es noch immer hell. Es fühlt sich so an, als ob es entweder erst 17:00 Uhr abends oder 07:00 Uhr morgens ist, total verwirrend für unseren natürlichen Schlafrhythmus.
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